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Das Messie-SyndromMessie – ein
Mensch, dessen Alltag von Unordnung, Durcheinander und Desorganisation bestimmt
wird. Das Chaos ist das Prägnanteste. Das innere Chaos, das sich nach außen
zeigt. Betroffene leiden darunter, dass ihre Gedanken immer wieder um die Bewältigung
der einfachsten täglich anfallenden Aufgaben kreisen und sie erleben oft eine
Hoffnungslosigkeit, dieses Problem jemals in den Griff zu bekommen. Ein Messie
empfindet sein Leben als zerrissen, chaotisch, widersprüchlich und in hohem Maße
frustrierend. Große Scham verhindert notwendige soziale Kontakte und Messies
leiden unter der damit verbundenen Ausweglosigkeit. Sie machen sich für etwas
verantwortlich, worüber sie nur wenig Kontrolle haben. Messies fühlen
sich zunehmend überfordert, sind oft reizbar und sie haben Schwierigkeiten,
sich zu entspannen. Sie leiden unter Konzentrationsstörungen, haben
Denkblockaden und Depressionen sowie
Ängste. Sie fühlen sich physisch und psychisch erschöpft; sie grübeln viel,
haben Selbstzweifel und sie sind
unsicher. Messies erleben
ihr Selbstwertgefühl als geteilt: Im
Beruf haben sie ein gutes Selbstwertgefühl. Als Lehrer, Erzieher,
Apotheker, Diplom-Ingenieure, Ärzte, Psychologen, Politiker, Manager, Künstler,
u. v. m. sind sie oft perfekter als andere. Sie interessieren sich für alles
Neue. Oft versuchen
Messies sich überanzupassen oder sind überaktiv, gleichwohl sind sie energie-
und hoffnungslos. Messies verurteilen nicht nur ihr Verhalten, sondern
sich als Mensch. Im Privaten
erleben Messies ein Gefühl der Minderwertigkeit. Sie haben große
Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und somit Prioritäten zu setzen. Messies sind
immer auf der Suche nach dem perfekten System. Finden sie es nicht - und sie
finden es nie - geben sie auf. Das totale Chaos ist ihnen lieber als eine
zweifelhafte Ordnung. Messies werden von ihren Erwartungen an sich, z. B. dem Perfektionismus,
beherrscht, welches sie auch blockieren
und lahm legen kann. So werden sie nie fertig, weil sie sich permanent
verzetteln. Sie haben daher nie genug Zeit, vor allem nicht für sich selbst. Vieles, was
anderen Menschen leicht fällt, ist für Messies besonders schwer, weil ihnen der
Automatismus fehlt, um alltägliche Kleinigkeiten wie Aufräumen, Abwaschen
„nebenbei“ zu erledigen. Messies haben
dann das Gefühl: „Ich habe versagt“.
Es folgt eine Scham, die im
Privatleben oft zur sozialen Isolation
führt. Das größte
Problem ist die Desorganisation. Es können aber Probleme mit dem Horten und
Nicht-Wegwerfen hinzukommen, denn viele Messies können nichts wegwerfen. Für
den Fall der Fälle wird alles aufgehoben und das kann zur Vermüllung führen. Auf
Druck von außen reagieren Messies mit Trotz.
Betroffene müssen sich selbst als Messie erkennen und die innere Bereitschaft
haben, das in der Kindheit unter harten Bedingungen erlernte Verhalten zu ändern.
Nicht einfühlsame Eltern mit
erzieherischer Härte, Eltern, die das Kind einschüchtern, das Gefühl,
nicht angenommen zu sein, lang anhaltende Enttäuschung, Missachtung
der ICH-Grenzen, Ungeliebtsein, sexueller und emotionaler Missbrauch, Überstimulierung
oder Vernachlässigung, gepaart mit
der Unfähigkeit oder dem Verbot, darüber
zu sprechen oder sich zur Wehr zu setzen, sind wesentliche Verdrängungsmotoren und können zu krankhaften
Entwicklungen führen. Messies sind nicht
zwangskrank, können aber Zwänge entwickeln. Messies sind innerlich
erstarrt und haben ihr Gefühl von ihrem
Erleben abgespalten. |